Frappant e.V.

Entstehung des Frappant e.V.
von der Großen Bergstraße zur Viktoria-Kaserne

März 2010
Die BKSM sichert dem Frappant-Verein einen Nebenkostenzuschuss zu. Dieser und der mit Immotrading und Ikea geschlossene Räumungsvergleich gibt dem Frappant e.V. den finanziell nötigen Spielraum, um den Mietvertrag für die einjährige Nutzung der Viktoria-Kaserne abzuschließen. 110 von 130 Mitgliedern ziehen in die neuen Räume um. Am 22.3. übergibt der Verein das Frappant-Gebäude Immotrading. Seitdem steht es
erneut leer. Der geplante Abriss wurde auf Dezember 2010 verschoben.

Februar 2010
Anfang Februar kommt es erneut zu einem Wasserrohrbruch in einem dem Frappant-Verein nicht zugänglichen Teil des Gebäudes. Immotrading weigert sich, den Schaden zu beheben, das Wasser wird dauerhaft abgestellt. Unter dem politischen Druck konzentrieren sich die Verhandlungen nur mehr auf die Viktoria-Kaserne, für die wieder nur eine Zwischennutzung vorgesehen ist. Außerdem möchte die SpriAG die im Vergleich viel kleinere Nutzungsfläche nur zu einer wesentlich höheren Miete zur Verfügung stellen.

April 2010
Bereits einen Monat nach dem Einzug eröffnet der Verein die neuen Ausstellungsräume im Erdgeschoß der Viktoria-Kaserne.

Januar 2010
Durch die langanhaltenden Minustemperaturen kommt es zu mehreren Wasserrohrbrüchen im Haus, die immer wieder durch den Verein repariert werden. 77% der Altonaer Bürger geben dem Pro-Ikea-Bürgerentscheid ihre Stimme. In der Folge zieht der Senat das Verfahren an sich und die Bezirksversammlung tritt dem Anti Ikea-Bürgerbegehren bei, um damit einen 2. Bürgerentscheid der Ikea-Gegner zu verhindern.

Dezember 2009
Immotrading erhebt Räumungsklage gegen den Frappant e.V. Verhandlungen mit Vertretern des Bezirksamts, den Behörden (BKSM, Finanzbehörde), der Sprinkenhof AG, ImmoTrading und Ikea. Der Frappant-Verein erarbeitet ein erstes genossenschaftliches Konzept zur Nutzung des Frappants als Stadt- und Kulturhaus.

November 2009
Der Vorstand des Frappant e.V. tritt mit der Stadt in Verhandlungen über Alternativgebäude in Altona. Im Gespräch sind dabei das Moritz-Liepmann-Haus, das ehemalige Gesundheitsamt Königstraße, das ehemalige Finanzamt Große Bergstraße, der Hochbunker an der Schomburgstraße, die Seefahrtsschule und die Viktoria-Kaserne, in der zuletzt der Fachbereich Hydrobiologie der Universität untergebracht war. Daneben werden auch Angebote privater Vermieter geprüft. Der harte Winter macht die Verhandlungen nicht leichter. Ein normales Arbeiten ist ohne funktionierendes Heizungssystem inzwischen nicht mehr möglich. Trotzdem beschließen die Mitglieder Ende November, vorerst im Frappant zu bleiben, da bisher keine vergleichbare Alternative in Aussicht steht. Die Pro-Ikea-Initiative reicht 5.800 Stimmen beim Bezirksamt ein, die für die Durchführung des Bürgerentscheides erforderlich sind.

Oktober 2009
Der bisherige Eigentümer des Frappants, die Immotrading GmbH, die das Frappant bisher mit 2monatigen Mietverträgen dem Verein überließ, kündigt den Zwischennutzungsvertrag zum 30.11.2009. Der Frappant e.V. zieht Rechtsanwälte hinzu.

September 2009
Der Einzelhandelsverband Einkaufscity Altona (ECA) meldet ein Pro-Ikea-Bürgerbegehren an, das in der Folge von der Bezirkspolitik unterstützt wird. Öffentliche Anhörung des Sonderausschusses Ikea, in der sowohl dasKonzept des Unternehmens als auch das Verkehrsgutachten die Gegner nicht überzeugen kann.

August 2009
Der Frappant-Verein hat im Sommer den 7. Stock des Büro-Komplexes renoviert. Die Etage, in der sich früher das Arbeitsamt Altona befand, stand 20 Jahre lang leer. Am 1. August wird die 400 qm große Ausstellungsfläche eröffnet. Zur Vernissage kommen 800 Gäste. Gründung der Anwohnerinitiative Kein-Ikea-in-Altona und Anmeldung des Bürgerbegehrens gegen Ikea.

Mai 2009
Die Zahl der Mitglieder wächst auf ca. 120 an.
Ein Viertel stammt aus der Ateliergemeinschaft SKAM e.V., die nach 17 Jahren ihre Arbeitsräume in dem ehemaligen Bowlingcenter an der Reeperbahn verliert und den Tanzenden Türmen von Teherani weicht.
Juli 2009 Ikea kauft für 11,5 Millionen den Frappant-Komplex. Es gilt ein Rücktrittsrecht, das bis zu 4 Wochen nach Erteilung des Bauvorbescheids wirksam ist.

April 2009
Wegen der geplanten Sanierung des Forums Altona müssen die Zwischenmieter in den angelegenen Frappant-Komplex umziehen, der als Brennpunkt der Großen Bergstraße von der Presse gern als Schandfleck von Altona betitelt wird und in den vergangenen Jahren für temporäre Kulturprojekte wie z.B. das Ding-Dong-Festival, Holy Shit Shopping und Hafenklang-Exil freigegeben wurde. Der Verein Frappant e.V. wird gegründet, der die Interessen der einzelnen Einheiten gemeinschaftlich vertritt.

2005
Altona-Altstadt wird vom Senat zum Sanierungsgebiet erklärt. Auf Eigeninitiative von Architekten, Designern und Künstlern werden die leerstehenden Flächen des Forums Altona für Zwischennutzungen zur Verfügung gestellt. Bis 2009 arbeiten dort neben anderen kulturellen und sozialen Projekten etwa 50 Kreative mit 4wöchigen Mietverträgen, die sich in 10 Einheiten organisieren.

2003
Die Schließung der Karstadt-Filiale in der Großen Bergstraße markiert den Höhepunkt des Abstiegs der vormals florierenden Geschäftstraße der 70er Jahre.