Abw. v. § 71 AsylG

Robert Bostantzis Diamantopoulos | Georg Juranek | Ashkan Shabani | Sudabe Yunesi // Kuration Sophie McCuen-Koytek

Galerie

Abw. v. § 71 AsylG

Mit Arbeiten von: Robert Bostantzis Diamantopoulos | Georg Juranek | Ashkan Shabani | Sudabe Yunesi
Kuratiert von Sophie McCuen-Koytek

Eröffnung: 20.11.2026, ab 19 Uhr
mit einem Vortrag und anschließender Gesprächsrunde mit SoliAsyl

Ausstellungsdauer: 21.11. – 29.11.2026

Öffnungszeiten:
Di. – Fr. 16 – 20 Uhr
Sa. & So. 14 – 20 Uhr

 

فاتحشدم

خودرابهثبترساندم

خودرابهنامیدریکشناسنامهمزینکردم

وهستیمبهیکشمارهمشخصشد

- From: Forugh Farrokhzad’sایمرزپرگهر

 

Victory!
Got myself registered.
Decorated an ID card with my name and face
and my existence took on a number.

- From: Sholeh Wolpe’s Sin: Selected Poems of Forugh Farrokhzad
 

Wird der Asylantrag einer geflüchteten Person in Deutschland unanfechtbar abgelehnt, kann eine erneute Prüfung nur über einen Folgeantrag gemäß § 71 Asylgesetz erwirkt werden. Seit der GEAS-Reform richtet sich dieser nach der EU-Asylverfahrensverordnung: Sie verlangt die Darlegung neuer Umstände, die die Aussicht auf Schutz erheblich erhöhen. Fehlen diese, gilt der Antrag als unzulässig. Solche bürokratischen Verfahren machen innerstaatliche Grenzziehungen sichtbar, die sich an Außengrenzen multiplizieren: zwischen zugehörig und nicht zugehörig, zwischen schützenswert und nicht schützenswert. Der Ausstellungstitel greift die Zitierweise juristischer Verweise auf und macht sie zum Ausgangspunkt einer Befragung von Grenzen sowie ihren Ein- und Ausschlüssen.

Abw. v. § 71 AsylG sucht nach Formen des Beweisens und des Einspruchs außerhalb des rechtlich vorgesehenen Verfahrens und macht sie abweichend von dieser Norm geltend. Ideen fester, natürlicher Grenzen und homogener nationaler Identität werden in Gegen- und Alternativperspektiven begegnet. Diese zeigen auf, wie Migration normierte kulturelle Trennlinien zwischen Innen und Außen verwischt. Die Ausstellung fragt nach den Machtverhältnissen, die diese Abgrenzungen hervorbringen, sowie nach damit einhergehender Migration, Flucht und Sterben. Sie versammelt Arbeiten, die von der Gewalt und Tortur an Grenzen handeln – und von all jenem Leben, das ihr trotzt.

 

Gefördert durch die Hamburgische Kulturstiftung und die Behörde für Kultur und Medien Hamburg.

Verwendung der List of Refugee Deaths als Teil der Kampagne “UNITED for Intercultural Action“ – campaign ‘Fortress Europe No More Deaths’ unitedagainstrefugeedeaths.eu – listofdeaths@remove-this.unitedagainstracism.remove-this.org